Kolumba
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Joachim M. Plotzek:
Ansprache zur Einweihung des Neubaus
14. September 2007

Sehr geehrter Herr Bischof,
sehr geehrte Herren Weihbischöfe,
sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
sehr geehrter Herr Minister,
sehr geehrter Herr Bürgermeister,
meine verehrten Damen und Herren,

mit großem Verständnis haben Sie, verehrter Herr Kardinal – und ich begrüße Sie in „Ihrem“ Haus ganz herzlich – die lange Planung und Realisierung des Neubaus „Ihres“ Kunstmuseums des Erzbistums Köln begleitet und seiner Fertigstellung mit wachsender Ungeduld entgegengesehen. Nun ist ein unverwechselbarer Ort entstanden: Kolumba. Im Zentrum der Stadt wird der Herzschlag ihrer 2000-jährigen Geschichte mit einer neuen Stimme in unserer Gegenwart vernehmbar. Die Architektur von Peter Zumthor schafft einen städtebaulichen Akzent, gibt eine entschiedene und strukturierende Antwort auf die Bauten der Nachbarschaft und verleiht dem Ort selbst im Respektieren des Fragmentarischen seiner gewachsenen Geschichte eine sich wiedererkennende Gestalt. Kann man mehr von Architektur erwarten als ihre erlebbare Qualität, dem vorgefundenen Ort und dem darin geborgenen musealen Inhalt eine identifizierende Heimat für die Zukunft zu sein? Wir Konservatoren von Kolumba freuen uns sehr, viele Wünsche in diesem Gebäude erfüllt zu sehen, vor allem auch den, der uns für ein Museum der wichtigste, und doch so selten eingelöste, scheint: der Kunst einen Ort bereitzuhalten, an dem sie ihre Ästhetik, ihre Wirkungsweise als Bildmedium entfalten kann. In solchem Verständnis lebt eine Museumsarchitektur mit einer deutlich eigenen, kräftigen Sprache nicht nur bewahrend, schon gar nicht sich selbst genügend, sondern vermittelnd in ihre eigentliche Funktion hinein: ein atmosphärisch anregender Ort des Dialogs zu sein, mit der eigenen Geschichte, mit der Kunst, mit den darin sich orientierenden Menschen. „Über unsere Gedanken hinaus nach den Objekten gibt es keine Brücke“, formulierte vor 200 Jahren Georg Christoph Lichtenberg und trifft damit nicht nur ein allgemein menschliches Erkenntnisphänomen, sondern im besonderen auch das größte, gerade in unserer Zeit der Informationssucht bewußt werdende Dilemma der Museumsleute und Kunstvermittler. Denn erklärende Worte erreichen die Objekte der Kunst, ihre Bildfindungen, nie; stets hinken sie weit hinter diesen her, auch wenn wir Kustoden und Kustodinnen immer wieder gerne ein Pygmalion der Sprache im Vermitteln der Kunst sein möchten. Umso dringlicher ist somit eine durch die Architektur vorgehaltene Gegenwärtigkeit der Kunst, eine Neugier weckende Erlebbarkeit ihrer geradezu fragenden Präsenz, die bewußt macht, dass hinter jedem Kunstwerk ein Mensch, ein Künstler mit einem im Bild formulierten Angebot von Weltsicht und existentiellem Verständnis steht und den Betrachter erwartet, ja fordert. So verstehen wir Kolumba als einen Ort, an dem vielfältige Wahrnehmungen mit wachen Sinnen möglich werden und sich daraus für jeden Besucher ein jeweils ihn betreffendes, individuelles Museum der Nachdenklichkeit entwickeln kann. Erlauben Sie mir aus Anlaß einer kürzlich in Köln entflammten Diskussion das Zitat Lichtenbergs mit anderem Verständnis zu wiederholen: „Über unsere Gedanken hinaus nach den Objekten (im Sinne von hinter den Objekten) gibt es keine Brücke“. Das könnte auch heißen: Über das hinaus, was wir erfassen können über die uns umgebende Wirklichkeit, läßt sich keine nachweisliche Aussage machen, in diesem Sinne keine Brücke schlagen. Kunst aber besitzt die Fähigkeit, uns an diese Grenze des Sagbaren und Erfahrbaren zu führen und uns damit Bewußtsein zu schaffen für etwas, das hinter dieser Grenze beginnt, aber im Bild nicht darstellbar, im Wort nicht sagbar ist. Kunst macht uns dann mit ihrer Fähigkeit des Transzendierens, nach Paul Klee das „Unsichtbare im Sichtbaren“ aufscheinen zu lassen, bewußt, dass wir dieserart immer nur Grenzgänger zwischen den Welten sind. Auf der anderen Seite gibt uns die Religion die Möglichkeit, im Glauben eine Brücke zu finden. Kolumba könnte ein Ort des Nachdenkens gerade auch über die Eigenständigkeit von Kunst und Religion, dann auch über ihr Verhältnis zueinander sein. Lieber Peter, lieber Peter Zumthor, wir Museumsleute als zukünftige Nutzer dieses Hauses danken Dir – und ich möchte nicht unterdrücken: nach langer, intensiver, die Nerven bisweilen strapazierender, aber immer wieder beglückend schöpferischer Auseinandersetzung – wir danken Dir herzlich für das Erreichte, das unsere Zukunft bedeutet und zugleich eine große Chance für den Bauherrn, die Kirche in ihrer kulturtragenden Rolle mit dem Anspruch, dies auf der Höhe ihrer Zeit zu tun. Sei herzlich willkommen mit Deiner ganzen anwesenden Familie. Ich danke Dir, lieber Rainer Weitschies, als dem in den letzten Jahren projektleitenden Architekten aus dem Büro Peter Zumthors und allen dort für Kolumba in irgendeiner Weise tätigen Mitarbeitern. Ich danke den Architekten Wolfram und Michael Stein sowie im besonderen Heinz-Jürgen Rothkegel für die jahrelange strapaziöse Baubetreuung vor Ort; ich danke allen planenden, ausführenden, mitdenkenden und hilfreichen Menschen, die Kolumba erschaffen haben. Dazu gehört auch die Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen, als dessen höchster Repräsentant Sie, Herr Ministerpräsident, uns heute mit Ihrer Anwesenheit beehren, und Sie Herr Minister, Ihr nachhaltiges Interesse bekunden; und es gehören dazu diverse Ämter der Stadt Köln mit deren Dezernenten, Leitern und kundigen Mitarbeitern. Herr Bürgermeister, mit Ihrem Kommen unterstreichen Sie die gewährte Hilfe. Ohne Sven Seiler hätten wir heute nicht die von ihm vor über dreißig Jahren ergrabene eindrucksvolle archäologische Landschaft unter Kolumba; ohne Hansgerd Hellenkemper nicht einen seit dem Architekturwettbewerb vor zehn Jahren stets konstruktiv und motivierend mitdenkenden Begleiter. Und dann geht mein herzlicher Dank an Sie, verehrter Herr Kardinal, als dem eigentlichen Initiator, der dieses Projekt vor gut siebzehn Jahren, weitsichtig von Ihrem damaligen Generalvikar, dem heutigen Dompropst Dr. Norbert Feldhoff unterstützt, und von Ihrem jetzigen Generalvikar Dr. Dominik Schwaderlapp zu Ende begleitet, auf einen guten Weg gebracht hat. Als letzten geht mein sehr herzlicher Dank an die Kolleginnen und Kollegen von Kolumba selbst – eine wunderbare Truppe, mehr brauche ich dazu nicht zu sagen. Ein Anliegen ist mir schließlich, den mit dem Haus verbundenen Mäzenen, Stiftern und Sammlern und den Künstlern herzlich zu danken, verbunden mit meinem geradezu bittenden Wunsch um Verständnis, dass wir mit der heutigen Einweihung von Kolumba nicht alles Geschenkte und Finanzierte zeigen können und dass viele in der Sammlung vertretene Künstler nicht einmal mit einem Werk präsent sind. Aber im allmählichen Zeigen all dieser Schätze liegt die Lebendigkeit unserer Zukunft. Erlauben Sie mir zum Schluß auf einen winzigen Punkt im Kosmos Kolumba aufmerksam zu machen. Wir feiern heute, wie Sie bereits miterleben konnten, das Fest Kreuzerhöhung. Der Geburtstag des für unser Haus nicht unwichtigen Philosophen Walter Warnach fiel auf dieses Fest, das ihm ein Leben lang von prägender Wichtigkeit blieb. 1971 dedizierte ihm seinen Freund Joseph Beuys, mit dem er an der Düsseldorfer Kunstakademie unterrichtete, ein Werk bestehend aus: Munitionskiste mit „Kreuz mit Sonne“, Fichtenstamm mit „Berglampe“. Zwanzig Jahre später, 1991, überließ er es unserem Museum als eines der ersten, den gerade begonnenen Aufbau unserer Sammlung zeitgenössischer Kunst prägenden Objekte. Im Gespräch nannte Walter Warnach das titellose Werk „Kreuz der Geschichte“ und übertrug mit solcher Bezeichnung einem Kunstwerk, das ihn bis ins Herz berührte, die Motivation seines ganzen Denkens. „Nur Denken“, schreibt er am 21. September 1977 an die Kölner Karmelitin Sr. Maria Felicitas, „nur Denken, das durch das Kreuz geht, ist wahres Denken, Denken des Wirklichen“. So mag der gewählte Festtag für die Weihe unseres Hauses ganz nebenbei auch eine Hommage an Walter Warnach sein. Mit diesem kurzen Blick in das Universum Kolumba, mit meinem Dank und mit großer Freude über das Erreichte heiße ich Sie nun, herzlich willkommen und bitte Sie, verehrter Herr Kardinal, Kolumba zu weihen.


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KOLUMBA :: Architektur :: Einweihung

Joachim M. Plotzek:
Ansprache zur Einweihung des Neubaus
14. September 2007

Sehr geehrter Herr Bischof,
sehr geehrte Herren Weihbischöfe,
sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
sehr geehrter Herr Minister,
sehr geehrter Herr Bürgermeister,
meine verehrten Damen und Herren,

mit großem Verständnis haben Sie, verehrter Herr Kardinal – und ich begrüße Sie in „Ihrem“ Haus ganz herzlich – die lange Planung und Realisierung des Neubaus „Ihres“ Kunstmuseums des Erzbistums Köln begleitet und seiner Fertigstellung mit wachsender Ungeduld entgegengesehen. Nun ist ein unverwechselbarer Ort entstanden: Kolumba. Im Zentrum der Stadt wird der Herzschlag ihrer 2000-jährigen Geschichte mit einer neuen Stimme in unserer Gegenwart vernehmbar. Die Architektur von Peter Zumthor schafft einen städtebaulichen Akzent, gibt eine entschiedene und strukturierende Antwort auf die Bauten der Nachbarschaft und verleiht dem Ort selbst im Respektieren des Fragmentarischen seiner gewachsenen Geschichte eine sich wiedererkennende Gestalt. Kann man mehr von Architektur erwarten als ihre erlebbare Qualität, dem vorgefundenen Ort und dem darin geborgenen musealen Inhalt eine identifizierende Heimat für die Zukunft zu sein? Wir Konservatoren von Kolumba freuen uns sehr, viele Wünsche in diesem Gebäude erfüllt zu sehen, vor allem auch den, der uns für ein Museum der wichtigste, und doch so selten eingelöste, scheint: der Kunst einen Ort bereitzuhalten, an dem sie ihre Ästhetik, ihre Wirkungsweise als Bildmedium entfalten kann. In solchem Verständnis lebt eine Museumsarchitektur mit einer deutlich eigenen, kräftigen Sprache nicht nur bewahrend, schon gar nicht sich selbst genügend, sondern vermittelnd in ihre eigentliche Funktion hinein: ein atmosphärisch anregender Ort des Dialogs zu sein, mit der eigenen Geschichte, mit der Kunst, mit den darin sich orientierenden Menschen. „Über unsere Gedanken hinaus nach den Objekten gibt es keine Brücke“, formulierte vor 200 Jahren Georg Christoph Lichtenberg und trifft damit nicht nur ein allgemein menschliches Erkenntnisphänomen, sondern im besonderen auch das größte, gerade in unserer Zeit der Informationssucht bewußt werdende Dilemma der Museumsleute und Kunstvermittler. Denn erklärende Worte erreichen die Objekte der Kunst, ihre Bildfindungen, nie; stets hinken sie weit hinter diesen her, auch wenn wir Kustoden und Kustodinnen immer wieder gerne ein Pygmalion der Sprache im Vermitteln der Kunst sein möchten. Umso dringlicher ist somit eine durch die Architektur vorgehaltene Gegenwärtigkeit der Kunst, eine Neugier weckende Erlebbarkeit ihrer geradezu fragenden Präsenz, die bewußt macht, dass hinter jedem Kunstwerk ein Mensch, ein Künstler mit einem im Bild formulierten Angebot von Weltsicht und existentiellem Verständnis steht und den Betrachter erwartet, ja fordert. So verstehen wir Kolumba als einen Ort, an dem vielfältige Wahrnehmungen mit wachen Sinnen möglich werden und sich daraus für jeden Besucher ein jeweils ihn betreffendes, individuelles Museum der Nachdenklichkeit entwickeln kann. Erlauben Sie mir aus Anlaß einer kürzlich in Köln entflammten Diskussion das Zitat Lichtenbergs mit anderem Verständnis zu wiederholen: „Über unsere Gedanken hinaus nach den Objekten (im Sinne von hinter den Objekten) gibt es keine Brücke“. Das könnte auch heißen: Über das hinaus, was wir erfassen können über die uns umgebende Wirklichkeit, läßt sich keine nachweisliche Aussage machen, in diesem Sinne keine Brücke schlagen. Kunst aber besitzt die Fähigkeit, uns an diese Grenze des Sagbaren und Erfahrbaren zu führen und uns damit Bewußtsein zu schaffen für etwas, das hinter dieser Grenze beginnt, aber im Bild nicht darstellbar, im Wort nicht sagbar ist. Kunst macht uns dann mit ihrer Fähigkeit des Transzendierens, nach Paul Klee das „Unsichtbare im Sichtbaren“ aufscheinen zu lassen, bewußt, dass wir dieserart immer nur Grenzgänger zwischen den Welten sind. Auf der anderen Seite gibt uns die Religion die Möglichkeit, im Glauben eine Brücke zu finden. Kolumba könnte ein Ort des Nachdenkens gerade auch über die Eigenständigkeit von Kunst und Religion, dann auch über ihr Verhältnis zueinander sein. Lieber Peter, lieber Peter Zumthor, wir Museumsleute als zukünftige Nutzer dieses Hauses danken Dir – und ich möchte nicht unterdrücken: nach langer, intensiver, die Nerven bisweilen strapazierender, aber immer wieder beglückend schöpferischer Auseinandersetzung – wir danken Dir herzlich für das Erreichte, das unsere Zukunft bedeutet und zugleich eine große Chance für den Bauherrn, die Kirche in ihrer kulturtragenden Rolle mit dem Anspruch, dies auf der Höhe ihrer Zeit zu tun. Sei herzlich willkommen mit Deiner ganzen anwesenden Familie. Ich danke Dir, lieber Rainer Weitschies, als dem in den letzten Jahren projektleitenden Architekten aus dem Büro Peter Zumthors und allen dort für Kolumba in irgendeiner Weise tätigen Mitarbeitern. Ich danke den Architekten Wolfram und Michael Stein sowie im besonderen Heinz-Jürgen Rothkegel für die jahrelange strapaziöse Baubetreuung vor Ort; ich danke allen planenden, ausführenden, mitdenkenden und hilfreichen Menschen, die Kolumba erschaffen haben. Dazu gehört auch die Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen, als dessen höchster Repräsentant Sie, Herr Ministerpräsident, uns heute mit Ihrer Anwesenheit beehren, und Sie Herr Minister, Ihr nachhaltiges Interesse bekunden; und es gehören dazu diverse Ämter der Stadt Köln mit deren Dezernenten, Leitern und kundigen Mitarbeitern. Herr Bürgermeister, mit Ihrem Kommen unterstreichen Sie die gewährte Hilfe. Ohne Sven Seiler hätten wir heute nicht die von ihm vor über dreißig Jahren ergrabene eindrucksvolle archäologische Landschaft unter Kolumba; ohne Hansgerd Hellenkemper nicht einen seit dem Architekturwettbewerb vor zehn Jahren stets konstruktiv und motivierend mitdenkenden Begleiter. Und dann geht mein herzlicher Dank an Sie, verehrter Herr Kardinal, als dem eigentlichen Initiator, der dieses Projekt vor gut siebzehn Jahren, weitsichtig von Ihrem damaligen Generalvikar, dem heutigen Dompropst Dr. Norbert Feldhoff unterstützt, und von Ihrem jetzigen Generalvikar Dr. Dominik Schwaderlapp zu Ende begleitet, auf einen guten Weg gebracht hat. Als letzten geht mein sehr herzlicher Dank an die Kolleginnen und Kollegen von Kolumba selbst – eine wunderbare Truppe, mehr brauche ich dazu nicht zu sagen. Ein Anliegen ist mir schließlich, den mit dem Haus verbundenen Mäzenen, Stiftern und Sammlern und den Künstlern herzlich zu danken, verbunden mit meinem geradezu bittenden Wunsch um Verständnis, dass wir mit der heutigen Einweihung von Kolumba nicht alles Geschenkte und Finanzierte zeigen können und dass viele in der Sammlung vertretene Künstler nicht einmal mit einem Werk präsent sind. Aber im allmählichen Zeigen all dieser Schätze liegt die Lebendigkeit unserer Zukunft. Erlauben Sie mir zum Schluß auf einen winzigen Punkt im Kosmos Kolumba aufmerksam zu machen. Wir feiern heute, wie Sie bereits miterleben konnten, das Fest Kreuzerhöhung. Der Geburtstag des für unser Haus nicht unwichtigen Philosophen Walter Warnach fiel auf dieses Fest, das ihm ein Leben lang von prägender Wichtigkeit blieb. 1971 dedizierte ihm seinen Freund Joseph Beuys, mit dem er an der Düsseldorfer Kunstakademie unterrichtete, ein Werk bestehend aus: Munitionskiste mit „Kreuz mit Sonne“, Fichtenstamm mit „Berglampe“. Zwanzig Jahre später, 1991, überließ er es unserem Museum als eines der ersten, den gerade begonnenen Aufbau unserer Sammlung zeitgenössischer Kunst prägenden Objekte. Im Gespräch nannte Walter Warnach das titellose Werk „Kreuz der Geschichte“ und übertrug mit solcher Bezeichnung einem Kunstwerk, das ihn bis ins Herz berührte, die Motivation seines ganzen Denkens. „Nur Denken“, schreibt er am 21. September 1977 an die Kölner Karmelitin Sr. Maria Felicitas, „nur Denken, das durch das Kreuz geht, ist wahres Denken, Denken des Wirklichen“. So mag der gewählte Festtag für die Weihe unseres Hauses ganz nebenbei auch eine Hommage an Walter Warnach sein. Mit diesem kurzen Blick in das Universum Kolumba, mit meinem Dank und mit großer Freude über das Erreichte heiße ich Sie nun, herzlich willkommen und bitte Sie, verehrter Herr Kardinal, Kolumba zu weihen.